Unter dem Motto „Mehr als du denkst“ – angelehnt an den Titel der Kampagne des katholischen Dekanates Ostalb „Katholische Kirche
– mehr als Du denkst“ –
lud der neue Kirchengemeinderat (KGR) am 13. März 2026 zur Gemeindeversammlung ein.
Vorweg kann schon gesagt werden, dass es dem engagierten Gremium gut gelungen ist zu zeigen, was alles an „Mehr“ es bereits gibt in der Kirchengemeinde St. Josef und was alles an „Mehr“ sie in Gemeinschaft mit der Gemeinde anstreben und erreichen wollen. So betont Thomas Wörner schon in seiner Begrüßung, wie wichtig es dem KGR ist, den Gemeindemitgliedern zuzuhören und in den Austausch zu kommen.
Nach einem kurzen geistlichen Impuls stellt Sybille Schwenk die Kampagne „Entdecke deinen Glauben neu – entdecke deine Kirche neu“ vor, in der es darum geht, aufzuzeigen, warum unser Glaube es wert ist, ihn neu für sich zu entdecken und warum unsere Kirche es wert ist, dass andere gut von ihr denken. Dabei verweist sie auf die offen verfügbaren Angebote auf der Homepage https://www.dekanat-ostalb.de/mehr-als-du-denkst/. Im anschließenden Grußwort von Bürgermeister Jürgen Stempfle wird deutlich, wie gut die Gemeinschaft zwischen der bürgerlichen und der aktiven und lebendigen katholischen Gemeinde in Böbingen mit Pfarrer Bernhard Weiß bereits gelingt, ganz konkret bei baulichen Angelegenheiten, der Friedhofanlage in Unterböbingen oder auch in der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Kindergarten St. Maria.
„Mehr Leben“ so war die anschließende Jahresbildpräsentation von Joachim Brenner überschrieben. Kunstsinnig mit passender Musik unterlegt konnte man die letzten 12 Monate des Gemeindelebens Revue passieren lassen. Ein anschaulicher Spiegel der Vielfalt, wie sie in der St. Josef Gemeinschaft gelebt und vor allem auch gefeiert wird sowohl bei der Art der Veranstaltungen als auch bei den Gruppierungen, die aktiv in der Gemeinde sein wollen und können.
Den Kern des Abends bildete natürlich der Gedankenaustausch, überschrieben mit „Mehr Ideen“. Toni Schurr und Michael Hohler moderierten die in Gruppen diskutierten Ergebnisse der Fragen nach dem Mehrwert des Gemeindelebens. Da gab es viel Positives zu hören. Die Kirche wird als Treffpunkt gesehen für Menschen mit gleichen Werten, die einem Sicherheit und Halt geben, die unvoreingenommen zuhören und offen für Horizonterweiterung sind. „Sinnstiftendes Ehrenamt“, „Genuss der Gemeinschaft“, „Halt finden“, „Freundlichkeit und Angenommensein“, „generationenübergreifendes Zusammenleben“ – das waren charakterisierende Aussagen aus dem Plenum – fast schon eine Liebeserklärung an die Kirchengemeinde St. Josef.
Unkritisch sind die Teilnehmenden jedoch dennoch nicht gewesen; da wurde großer Handlungsbedarf erkannt durch die Beobachtung von licht besetzten (vorderen) Kirchenbänken, bei der dementsprechenden Anpassung der Gestaltung der Kirchenräume, bei der Motivierung und Werbung zur Beteiligung am Gemeindeleben, vor allem jüngerer Christ*innen, aber auch bei der Hinterfragung eigener, vielleicht überkommener Einstellungen.
Die Lösung all dieser Probleme verwies schon schnell auf den bei der Diözese angesiedelten Prozess, „Kirche der Zukunft“ der im folgenden TOP nach der traditionell lukullisch bewirteten Pause anstand.
Michael Hohler stellte in einigen Schaubildern einen Überblick über die Prozessarchitektur von „Mehr Zukunft – Infos und Austausch zum Prozess ‚Kirche der Zukunft‘“ her. Aufschlussreich waren dabei auch die Erklärvideos zu den Themen „So funktioniert die Union von Kirchengemeinden“, „Wie werden die neuen Raumschaften geleitet?“ „Wer mit wem? Umschreibung der Raumschaften“. https://kirche-der-zukunft.drs.de/informationsmaterial.html
Von besonders großem Interesse war natürlich der konkrete Stand der Planung für die eigene Seelsorgeeinheit bzw. Kirchengemeinde. Dazu erläuterte Pfr. Weiß den Zwischenstand der Planungen, vor allem bei der Umgestaltung zu den neuen 50 – 80 Kirchengemeinden (Raumschaften). Er schilderte sehr konkret, wie die Vorschläge aus der Seelsorgeeinheit Rosenstein aussehen könnten und versprach, was sicherlich allen Anwesenden besonders wichtig war, auch weiterhin Transparenz im Prozess.
So konnte die Gemeindeversammlung in der Zuversicht, dass St. Josef, Böbingen ein lebendiger Kirchenort bleiben wird, nach einem „Gute-Nacht-Impuls“ noch in lockeren, oft heiteren Gesprächen buchstäblich zusammenstehen.